Datenschutz Lehrer

Es regt sich massive Kritik am Thüringer Landesdatenschutzbeauftragten. Dieser hat eine Prüfung von Bußgeldern von bis zu 1.000 Euro gegen Lehrer, für Datenschutzvergehen beim digitalen Fernunterricht während der Corona-Krise, angekündigt. Die Landeselternvertretung betont das hohe Gut des Datenschutzes, kritisiert aber, dass der Datenschutzbeauftragte sich auf Anfragen nach Konzepten für digitalen Fernunterricht und eine Liste datenschutzkonformer Kommunikationsmittel in Schweigen gehüllt habe. Ordnungswidrigkeitsmaßnahmen seien daher weder fair noch das richtige Signal an die Lehrerschaft.

Auch der Thüringer Lehrerverband kritisiert, dass der Landesdatenschutzbeauftragte selbst noch vor Kurzem die Last der Verantwortung für einen funktionierenden Digitalunterricht unter Einhaltung aller Datenschutzbestimmungen allein auf die Schulen abgewälzt habe und nun mit Strafen drohe.

Offiziell gibt es in Thüringen zwar eine Schulplattform, über die zum Beispiel Aufgaben verteilt und Hausaufgaben hochgeladen werden können. Doch nach Angaben des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport hatten Anfang Mai – über einen Monat nach Schließung der Schulen – gerade einmal 257 Schulen Zugang zu dieser. Mehr als 500 Schulen hatten zu diesem Zeitpunkt den Zugang beantragt und warteten auf Freischaltung. Ebenfalls erst Anfang Mai wurde in der Schulcloud eine Videokonferenzlösung freigeschaltet – zu einem Zeitpunkt, als der Präsenzunterrichtes bereits wieder langsam angefahren wurde.