Tönnies darf wieder schlachten. Rund einen Monat nach dem massenhaften Corona-Ausbruch bei dem Fleischproduzenten im Kreis Gütersloh nehmen die Beschäftigten ihre Arbeit schrittweise wieder auf. Es gilt ein neues und strengeres Hygienekonzept.

Außenminister Maas hat mit neuen Corona-Beschränkungen gedroht. Sollten sich Urlauber wie zuletzt auf Mallorca unverantwortungsvoll verhalten und massenhaft gegen die Schutzmaßnahmen verstoßen, sei das nicht zu vermeiden, sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

In Deutschland hat die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus die Marke von 200.000 überschritten, meldet das Robert Koch-Institut (RKI). Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zuletzt 534 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. In Deutschland starben bislang 9078 mit dem Virus infizierte Menschen. Bis Donnerstagmorgen hatten nach RKI-Schätzungen 186.400 Menschen die Infektion überstanden.

Wie soll auf lokale Corona-Hotspots reagiert werden? Darüber berät Kanzleramtschef Braun heute mit den Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer. Dabei gehts unter anderem um Ausreisesperren für die Menschen in den betroffenen Regionen. Noch ist aber umstritten, wie groß die Gebiete abgesteckt werden sollen. Kritiker halten es für unrealistisch, einen ganzen Landkreis quasi abzuriegeln.

In den USA sind innerhalb eines Tages mehr als 67.000 neue Corona-Infektionen gemeldet worden – ein neuer Negativ-Rekord. Insgesamt haben sich dort seit Beginn der Pandemie knapp dreieinhalb Millionen Menschen infiziert. Unterdessen geht die US-Gesundheitsbehörde CDC davon aus, dass ein verbindliches Tragen von Masken die Pandemie binnen weniger Wochen unter Kontrolle bringen könnte. Eine landesweite Maskenpflicht gibt es in den USA bisher jedoch nicht.

Wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen hat Deutschland eine Reisewarnung für Luxemburg ausgesprochen. Demnach wird vor nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen in das Nachbarland gewarnt. Die Reisewarnung für Schweden wurde unterdessen aufgehoben.

In Thüringen treten am 16. Juli neue Corona-Verordnungen des Landes in Kraft. Sie gelten bis Ende August. Darum geht es:

  • Maskenpflicht bleibt – Abstand geboten
  • Änderungen für Wirte, Kultureinrichtungen und Krankenhäuser
  • Sportveranstaltungen wieder mit Zuschauern
  • Kindergarten und Schule darf auch mit laufender Nase wieder besucht werden
  • Bordelle und Co. bleiben zu

Weitere Infos zur Verordnung

Im Kampf gegen die Corona-Krise will die Thüringer Minderheitsregierung noch in diesem Jahr 1,82 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Darauf verständigte sich die Landesregierung mit Vertretern der Fraktionen von Linke, SPD und Grünen . Um das Vorhaben umsetzen zu können, benötigt Rot-Rot-Grün aber mindestens vier Stimmen der CDU.

Der Landesrechnungshof schließt neue Schulden wegen der Corona-Krise nicht aus, pocht aber auf die Einhaltung der Schuldenbremse. So äußerte sich Rechnungshofpräsident Sebastian Dette bei der Vorstellung des Jahresberichts. Kommende Generationen dürften nicht auf Jahre mit den Schulden von heute belastet werden. Laut Haushaltsordnung darf das Land etwa in „außergewöhnlichen Notsituationen“ neue Kredite aufnehmen; aber die Tilgung muss auf fünf Jahre verbindlich festgelegt werden. 

In diesem Jahr haben 212 Schüler in Thüringen ihr Abitur mit der Bestnote 1,0 abgelegt. So viele hat es seit Beginn der Auswertung im Jahr 2007 nicht gegeben, teilte das Bildungsministerium  mit. Insgesamt waren mehr als 6600 Schüler zur Prüfung angetreten. Etwa 100 Schüler bestanden sie nicht. Das Abitur hat, wie alle anderen Prüfungen in diesem Jahr auch, unter einer für die Prüflinge enormen Zusatzbelastung stattgefunden, betonte Bildungsminister Helmut Holter.

Mit der Erwartung sinkender Steuereinnahmen wegen der Corona-Krise beraten Vertreter der Landesregierung und der Fraktionen von Linke, SPD und Grünen Eckpunkte für den kommenden Haushalt. Die CDU ist bei dem Treffen im Schloss Ettersburg nicht mit dabei, obwohl die rot-rot-grüne Minderheitsregierung auf Stimmen der Christdemokraten im Parlament angewiesen ist. Die CDU will stattdessen nach der Klausur Gespräche mit Ministerpräsident Bodo Ramelow und Finanzministerin Heike Taubert führen.

Angesichts der Bilder vom Feiern ohne Abstand am Ballermann wird in der Politik über Konsequenzen für Mallorca-Urlauber nachgedacht. Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sieht die Insel bereits als Corona-Risikogebiet und fordert in der Rheinischen Post eine Testpflicht für alle Mallorca-Rückkehrer.

Der Sozialverband VdK fordert grundlegende Verbesserungen für das Pflegepersonal. Ein einmaliger Pfelgebonus ändere nichts an dem „jahrzehntelangen Reformstau“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sie forderte unter anderem bessere Bezahlung für die Angestellten.

Bund und Länder wollen bei regionalen Corona-Ausbrüchen künftig zielgenauer eingreifen. Darauf haben sich Kanzleramtschef Braun und die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer geeinigt. Unter anderem soll mehr getestet werden – außerdem fordert Braun Ausreisesperren für Bewohner von Corona-Hotsports.

Coronavirus: Weitere Neuinfektion in Weimar

In Weimar wurde eine weitere Person positiv auf das Coronavirus getestet. Die Infektion steht in Zusammenhang mit den neu aufgetretenen Fällen vom vergangenen Wochenende. Die Kontaktpersonen werden derzeit ermittelt.

Die aktuellen Zahlen für Weimar (Stand: 13.7., 17:45 Uhr):

  • Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten: 72 (Veränderung seit 8.7.: +3)
  • Zahl der Genesenen: 69 (0)
  • Zahl der aktiv Infizierten: 3 (+3)
  • Zahl der Personen in Quarantäne: 56 (+40)
  • Zahl der bisher aus Quarantäne Entlassenen: 1.742 (+8)
  • Zahl der durchgeführten Tests (durch Gesundheitsamt): 45

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Bedenken gegen zu hohe Ausgaben für Corona-Hilfen geäußert. „Ich wünsche mir, dass wir die Krise nutzen, um mutiger an Reformen zu gehen, statt nur riesige Summen über dem Land auszuschütten“, sagte der Linken-Politiker der FAZ. Seiner Meinung nach müsste es jetzt erst einmal einen Kassensturz geben. In Thüringen etwa werde es das von seiner Partei geplante beitragsfreie dritte Kindergartenjahr vorerst nicht geben. „Dinge, für die wir jetzt kein Geld haben, müssen hinten angestellt werden“ – so Ramelow.

Bundesgesundheitsminister Spahn ist zuversichtlich, dass Deutschland eine zweite Corona-Welle verhindern kann. Er warnt allerdings vor zu viel Sorglosigkeit im Urlaub. Grund dafür sind Bilder von Mallorca vom vergangenen Wochenende. Zu sehen: Urlauber, die dicht gedrängt und ohne Mundschutz feiern.

Rund 15,5 Millionen Menschen in Deutschland haben sich die Corona-Warn-App installiert. Die App gibt es seit rund einem Monat. In der Zeit sind etwa 500 Nutzer positiv getestet worden und haben einen Code für die App bekommen.

In Berlin startet heute das erste Profisport-Event mit Zuschauern. Beim Tennis-Turnier im Steffi-Graf-Stadion dürfen bis zu 800 Zuschauer dabei sein. Es gibt ein umfangreiches Corona-Konzept mit großen Sitzabständen, Desinfektionsduschen und Maskenpflicht.

Wegen der Corona-Pandemie wollen mehrere Hochschulen in den USA im Wintersemester ihre Vorlesungen nur online anbieten. Studierende aus dem Ausland, die nur Online-Kurse besuchten, müssten das Land verlassen, kündigte die US-Einwanderungsbehörde an. Deutsche Studierende baten Medienberichten zufolge Bundesaußenminister Maas jetzt in einem Brief um Hilfe. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Jürgen Hardt nannte im ZDF die Corona-Politik von US-Präsident Trump „nahezu infantil“.